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Nadja Verena Marcin

In Ihren Foto- und Videoarbeiten, sowie live Performances, setzt sich Nadja Verena Marcin kritisch mit verschiedenen Aspekten der heutigen Gesellschaft auseinander. Teils autobiographisch, teils erfunden, oder in anderen Fällen auf vorhandene Geschehnisse, Literatur oder Filmwerke zurückgreifend, untersucht sie dabei Diskrepanzen und Diskontinuitäten des menschlichen Verhaltens, Zusammenseins und Austauschs. Die Hauptdarsteller ihrer Geschichten, die sie meist selbst verkörpert und metaphorisch vorlebt, sind Personifikationen von menschlichen Verhaltensmustern. Auf den ersten Blick handelt es sich oft um alltägliche Situationen doch durch intensiven Einsatz Ihrer Körperlichkeit und Persönlichkeit, durch visuelle Darstellung von Gedankengängen,  werden diese von Marcin durchexerziert, so dass verschiedene Assoziationsebenen entstehen, verschoben und neu zusammengefügt werden. Autor und Darsteller vermischen sich, sowie Realität und Fiktion. Die Bedeutung beständiger Dinge ist nicht mehr linear. Mit den Mitteln der Ironie, Übertreibung und Verfremdung gelingt es Marcin den Zuschauer zu bannen und über psychologisches Innenleben, dessen Mechanismen, sowie elementare menschliche Bedürfnisse zu berichten. Es entsteht ein neuer Blickwinkel auf gewohnte Ordnungen und soziale Rollen; Sie werden von einer  poetischen Verletzlichkeit und neuen Spezifizität angehaftet.

So werden zum Beispiel ein Hotel und seine Gäste Schauplatz moderner Großstadtneurosen und repressiver Gefühlsunterdrückungen. Die absurden Proben, die die Gäste in „Hotel“ bestehen müssen, erzählen in Wirklichkeit von Identitätsmangel und Persönlichkeitsfindung in einer Gesellschaft, die von zwischenmenschlicher Konkurrenz und ökonomischen Interessen charakterisiert ist. In anderen Werken befasst sich Marcin wiederum mit sozialkritischen Argumenten wie Subkulturen und deren verschiedener Ethnien. So ist zum Beispiel der soeben veröffentliche Film //KIDS//, eine konzeptuelle Überarbeitung des Originals von Larry Clark, ein Spiegel zeitgenössischer Phänomene wie sozialer Verfall, Jugendobsession und der manipulative Einfluss der gegenwärtigen Medien. Es geht um Cliquenverhalten, Drogenkonsum und Nachahmung von imaginären Idolen als Lifestyle.

In anderen Werken, wie „Spaghetta”, „Homeland“, „Eve” oder „Cat“ werden mit geistreichem  Doppelsinn die Genderrolle, sexuelle Identität und intellektuelle Zugehörigkeit hinterfragt.

In allen ihren Werken hat der performative Akt einen schwerwiegenden Charakter. Dank einer genauen Analyse des emotionalen Innenlebens und folgender Umsetzung, hebt er einerseits die Tiefgründigkeit Ihres Schaffens hervor, andererseits lässt er die Inhalte Ihrer Werke und ihre künstlerische Welt spielerisch und fabelhaft erscheinen. Der Zuschauer taucht beim Betrachten jedes Werkes immer wieder in einen anderen Kosmos aus Faszination, Leidenschaft, und Zauber ein. Marcin’s Werke laden zu einer Reise ein, die an versteckten Gefühlswelten, gesellschaftlichen Tabus und inneren Emotionen vorbei rauscht und die Mutigen zum tiefen Inneren unseres Selbst führt.

Nadja Verena Marcin ist eine deutsche Medien- und Performancekünstlerin, die in New York lebt und arbeitet. Nach Ihrem Hochschulabschluss an der Kunstakademie Münster hat sie in New York an der Columbia Universität ihren MFA abgelegt. Sie stellt ihre Arbeiten seit mehreren Jahren weltweit aus und ist Preisträger diverser internationaler Auszeichnungen.

Sarah Corona, text published in Ruhrbiennale Catalog : http://www.ruhrbiennale.de/neu/kuenstler_biennale_b

Ruhrbiennale Text about Nadja Verena Marcin

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